Bauspardarlehen als Teil des Bausparvertrages

Das Bauspardarlehen ist ein wichtiger Teil des Bausparvertrages und wird häufig im Rahmen einer Immobilienfinanzierung eingesetzt. Der Bausparvertrag selbst lässt sich in drei Phasen gliedern, nämlich:

– Sparphase
– Zuteilung
– Darlehensphase

Diese drei Phasen mit ihren jeweiligen Merkmalen und Eigenschaften werden im folgenden Beitrag näher erläutert.

1. Phase: Die Sparphase

Die erste Phase eines jeden Bausparvertrages ist die Sparphase. Beim Abschluss des Bausparvertrages entscheidet sich der Bausparer für eine Bausparsumme, die je nach Bauspartarif zu einem bestimmten Prozentsatz angespart werden muss. Meistens bewegt sich der anzusparende Teil zwischen 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme. Falls der Bausparer später erkennen sollte, dass ein höheres Bauspardarlehen in die Immobilienfinanzierung eingebunden werden soll, kann die Bausparsumme aufgestockt werden. Dies führt allerdings fast immer dazu, dass der Zuteilungszeitpunkt zeitlich nach hinten verschoben wird. Innerhalb der Sparphase ist es wichtig, die geplante Mindestsparsumme anzusparen. Je nach Tarif bewegt sich der Regelsparbeitrag meistens zwischen drei bis zehn Promille der Bausparsumme im Monat.

Phase 2: Die Zuteilungsphase

Die Zuteilungsphase beinhaltet vor allem die Freigabe seitens der Bausparkasse, dassdas Bauspardarlehen an den Bausparer ausgezahlt wird. Allerdings findet dieseZuteilung nur statt, falls der Bausparer mit seinem Bausparvertrag bestimmteVoraussetzungen erfüllen kann. Diese Voraussetzungen sind im jeweiligen Tariffestgelegt und beinhalten zum Beispiel, dass das Mindestguthaben angespart wurdeund auch die Mindestsparzeit absolviert worden ist. Innerhalb der Zuteilungsphasekann sich der Bausparer sowohl das angesparte Guthaben als auch (nach Prüfung aufeine ausreichende Bonität durch die Bausparkasse) das Bauspardarlehen auszahlenlassen.

Phase 3: Die Darlehensphase

Nach der Spar- und der Zuteilungsphase erfolgt bei einem Bausparvertrag die Darlehensphase. Dies muss allerdings nicht zwangsläufig der Fall sein, denn der Bausparer ist nicht verpflichtet, das Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen. Allerdings lohnt sich der Bausparvertrag als reiner Sparvertrag aufgrund der geringen Zinsen nicht, sodass die Stärke des Produktes vor allem im zinsgünstigen Bauspardarlehen liegt.

Sollte der Bausparvertrag bereits zuteilungsreif und die Vertragssumme noch nicht erreicht sein, so gewährt die Bausparkasse dem Bausparer in der Regel ein Darlehen in Höhe dieser Restsumme. Somit hat der Bausparer die Möglichkeit, nach der Zuteilung über die gesamte Bausparsumme zu verfügen. Für das in Anspruch genommene Bauspardarlehen ist selbstverständlich – wie bei jedem Kredit – ein Darlehenszins an die Bausparkasse zu zahlen.

Informationen zum Bauspardarlehen

Das Bauspardarlehen wird im Rahmen einer Immobilienfinanzierung recht oft eingesetzt. Es handelt sich um ein Darlehen für wohnwirtschaftliche Zwecke, mit dem Kunden beispielsweise den Kauf einer Eigentumswohnung oder auch den Bau ihres Eigenheims finanzieren können. Im Zusammenhang mit dem Bauspardarlehen fallen häufiger die Begriffe Tilgungsdarlehen oder Annuitätentilgung, da die Höhe der Tilgung im Bauspartarif festgelegt ist. Sie beträgt für gewöhnlich als anfängliche Tilgung zwischen 0,2 und 0,9 Prozent der Bausparsumme pro Monat.

Ein großer Vorteil des Bauspardarlehens ist, dass der Darlehenszins über die gesamte Laufzeit hinweg festgeschrieben ist. Da die angesparte Summe bis zur Zuteilung des Bausparvertrages – je nach Tarif – meistens 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme beträgt, bedeutet dies, dass das Bauspardarlehen in der Regel 50 bis 60 Prozent der Bausparsumme ausmacht.

Die Darlehenshöhe lässt sich sehr einfach und transparent wie folgt berechnen:

Bausparsumme – Bausparguthaben (zum Zuteilungszeitpunkt) = Darlehenssumme

Wenn Sie also beispielsweise einen Bausparvertrag mit einer Bausparsumme in Höhe von 80.000 Euro abgeschlossen und zum Zuteilungszeitpunkt ein Bausparguthaben in Höhe von 32.000 Euro angespart haben, würde sich das Bauspardarlehen auf 48.000 Euro belaufen. Das Bauspardarlehen muss anschließend innerhalb einer festgelegten Laufzeit mit dem Darlehenszins an die Bausparkasse zurückgezahlt werden.

Wichtige Fakten über das Darlehen

Das Bauspardarlehen zeichnet sich insbesondere durch einen günstigen Zinssatz aus, der häufig sogar niedriger als bei klassischen Hypothekendarlehen der Banken ist. Innerhalb welchen Zeitraumes das Darlehen zurückgezahlt werden muss, ist im Bauspartarif festgelegt. Meistens müssen zwischen 0,2 und 0,9 Prozent der Bausparsumme pro Monat zurückgezahlt werden, sodass sich für das Bauspardarlehen
häufig Laufzeiten zwischen 8 und 20 Jahren ergeben.

Wichtige Information: Sollte der Bausparer die Zuteilung des Bausparvertrages annehmen, hat er damit einen Rechtsanspruch auf das zinsgünstige Bauspardarlehen. Voraussetzung ist lediglich, dass die Bonitäts- und die Sicherheitsprüfung seitens der Bausparkasse positiv ausfallen.

Bauspardarlehen – Gebühren und Zinsen

Die Darlehenszinsen sind ein fester Bestandteil eines Bauspardarlehens und werden auch als Sollzinsen bezeichnet. Der Zinssatz wird dabei auf die zugeteilte Darlehenssumme berechnet. Er richtet sich insbesondere nach den aktuellen Zinskonditionen, kann also variieren.

Die aktuellen Hypothekenzinsen (Stand März 2019) sehen – abhängig von der Bonität des Kunden und weiteren Faktoren – wie folgt aus:

Die Darlehenszinsen werden für gewöhnlich im Rahmen der monatlichen Rate gezahlt. Die Bauspardarlehen unterscheiden sich natürlich zwischen den Bausparkassen hinsichtlich der Laufzeit, des Zinssatzes und der Tilgung.

Tipp: Bausparer sollten sich insbesondere aufgrund der unterschiedlichen Angebote – möglichst umfassend und intensiv – zum Bausparvertrag sowie zum Bauspardarlehen im Speziellen beraten lassen. Es gibt übrigens keine rechtlichen Vorgaben zur Zinsfestsetzung bei Darlehen, also auch nicht bei Bauspardarlehen.

Darlehensrechner 2019

Damit Bausparer auf Grundlage der Darlehenssumme, der Laufzeit und des Zinssatzes leicht ermitteln können, welche Zinsbelastung auf sie zukommen wird, eignet sich ein Darlehensrechner. Mit der Auswahl weniger Kriterien lässt sich berechnen, welche Zinssumme in der Darlehensphase zu zahlen ist.