Immobilien – gefragte Sachwertanlage nicht erst seit der Niedrigzinsphase

Sachwertanlagen werden von vielen privaten Verbrauchern und Unternehmen als optimaler Inflationsschutz, bestenfalls mit Steuervorteilen, gesehen. Vor allem in Zeiten der steigenden Immobilienpreise sehen sich viele Branchenexperten bestätigt, die bereits vor Jahren eine rosige Entwicklung des Immobilienmarktes prognostizierten. Der Bauboom gibt ihnen recht, denn die aktuellen Zahlen des Baugewerbes zeigen einen Anstieg um mehr als 10 Prozent vom Februar 2018 bis Februar 2019 bei den Branchenumsätzen. Auch die Bundesregierung baut fleißig selbst mit und will damit den Mangel an bezahlbaren Wohnungen ausgleichen, was allerdings gemessen am Bedarf mittelfristig noch nicht gelingt. Grund genug für immer mehr Verbraucher, selbst in Sachwertanlagen zu investieren und den steigenden Mietzahlungen mit einem Immobilienkauf zu entgehen.

Hauspreise steigen seit 2000 konstant

Wie der Blick auf die Statista-Daten zeigt, entwickeln sich die Hauspreise seit 2000 auf einem konstant steigenden Niveau. Der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamtes offenbart, dass es zwar regionale Unterschiede gibt, aber generell eine deutliche Zunahme der Kaufpreise für Häuser zu verzeichnen ist. Vor allem in deutschen Großstädten sind die Wohnungspreise beim Kauf enorm gestiegen; gleiches gilt auch für die Mietzahlungen. Bestes Beispiel dafür ist die bayerische Landeshauptstadt München. Die Statista-Daten zeigen, dass die Angebotspreise für Eigentumswohnungen zwischen 2004 und dem ersten Quartal 2019 von 2.662 Prozentpunkten auf sagenhafte 7.280 Prozentpunkte kletterten. Käufer müssen in München pro Quadratmeter im ersten Quartal 2019 ca. 7.323 Euro zahlen. Ein ähnlicher Trend ist auch in anderen Großstädten und Ballungsräumen zu beobachten, wenngleich nicht so stark ausgeprägt.

Mieten steigen konstant

Nicht nur die Preise für Immobilienkäufe steigen konstant, sondern auch die Mieten. Der Blick auf den Wohnungsmietindex für Deutschland von Juni 2017 bis Juni 2019 zeigt ebenfalls einen eindeutigen Trend: Das Mieten von vier Wänden ist in Deutschland seit dem Basisjahr 2015 bis zum Juni 2019 um über 5,4 Prozent gestiegen. Führend sind auch hier wieder die deutschen Großstädte, wie beispielsweise München. Hier zahlen die Mieter durchschnittlich 17,00 Euro pro Quadratmeter. 

Anzahl der Mieter noch immer konstant hoch

Die Statista-Daten für die Betrachtung der Eigentumsverteilung von 1998 bis 2018 zeigen, dass der Mieteranteil noch immer hoch ist. Die Angaben beruhen auf der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamtes, die alle fünf Jahre durchgeführt wird. 2018 waren 42,1 Prozent Eigentümer der eigenen vier Wände, ca. 57,9 Prozent waren Mieter. Diese Zahlen zeigen, dass Immobilien als Sachwertanlage zwar gefragt sind, aber längst nicht alle Verbraucher den Traum vom Eigentum hegen oder sich leisten können. Die niedrigen Zinsen können allerdings dazu beitragen, die Immobilienfinanzierung erschwinglicher zu gestalten und künftig den Anteil der Immobilieneigentümer zu erhöhen.

Jetzt finanzieren und Immobilie erwerben – der richtige Zeitpunkt entscheidet

Die Bauzinsen sind gegenwärtig auf einem besonders niedrigen Stand, wenngleich der Tiefstand überwunden scheint. Für die Verbraucher bedeutet dies, dass die Zinsen künftig steigen können und damit die Finanzierungen teurer werden. Ist deshalb genau jetzt der richtige Zeitpunkt für den Immobilienkauf bei hohen Preisen am Markt?

Der richtige Zeitpunkt hängt von mehreren Kriterien ab 

Der richtige Zeitpunkt für den Immobilienkauf hängt nicht nur von den Bauzinsen oder der Entwicklung am Immobilienmarkt ab, sondern auch von persönlichen Umständen. Deshalb sollten sich Verbraucher vor der Entscheidung folgende Fragen stellen:

  • Bin ich zu einer langfristigen Bindung an eine Immobilie bereit?
  • Kann ich mir den Immobilienkauf leisten?
  • Will ich diese langfristige Verantwortung der Finanzierung eingehen?

Wer eine Immobilie erwirbt, hat zweifelsohne eine gefragte Sachwertanlage und kann damit langfristig am Vermögensaufbau arbeiten. Die Immobilie bietet, geschickt eingesetzt, sogar steuerliche Vorteile, kostet aber auch und fordert Verantwortungsbewusstsein. Deshalb ist nicht jeder Verbraucher als Immobilienbesitzer geeignet. Wer sich die Flexibilität und (finanzielle) Freiheit wünscht, wird unter Umständen mit einer Immobilienfinanzierung auf längere Sicht nicht glücklich werden. 

Die richtige Sachwertanlage ist entscheidend: Welche Immobilie passt?

Gratulation, wenn Sie sich für den Erwerb einer Immobilie als Sachwertanlage entschieden haben. Da es unzählige Angebote auf dem Markt gibt, ist die Frage, welche Immobilie überhaupt geeignet ist, häufig gar nicht so leicht zu beantworten. Soll es ein Haus oder doch lieber eine Wohnung sein? Das Gros der Immobilienbesitzer bevorzugt das Einfamilienhaus, vor allem in ländlichen Regionen. Allerdings ist auch dies eine Typ-Frage, denn nicht jeder möchte gern auf dem Land leben. Wer das pulsierende Leben in der Großstadt bevorzugt, muss beim Immobilienkauf häufig Abstriche machen, denn das Angebot fällt oftmals ernüchternd und dazu preisintensiver aus. 

Sie benötigen eine Entscheidungshilfe, welche Immobilie für Sie geeignet ist? Wir geben anhand verschiedener Fragestellungen einige Impulse:

Lage, Lage, Lage

Die Lage einer Immobilie ist für die meisten Käufer entscheidend, bestimmt aber auch maßgeblich den Preis. Deshalb die Frage: Welche Infrastruktur benötige ich? Habe ich ein eigenes Fahrzeug oder bin ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen? Wie sieht es mit Kindertagesstätten, Freizeitmöglichkeiten oder Schulen in der Nähe aus? Je infrastruktureller die Immobilie angebunden ist, desto teurer ist sie erfahrungsgemäß auch. Wer hier Abstriche macht/machen kann, kann oftmals Tausende Euro sparen.

Platzbedarf bestimmen

Der Platzbedarf ist bei der Wahl einer Immobilie ebenfalls entscheidend. Benötige ich eine große Immobilie mit einem großen Grundstück oder reicht eine geringere Quadratmeteranzahl? Auch hier gilt: Je weniger Quadratmeter, desto günstiger ist die Immobilie. Das Budget bestimmt vor allem in Großstädten darüber, wie groß das Wohneigentum ist, denn wer in gefragte Wohngegenden ziehen möchte, muss mit einem höheren Quadratmeterpreis rechnen.

Finanzielle Belastung – was kann ich mir leisten?

Die Frage der monatlichen finanziellen Möglichkeiten ist bei der Immobilienfinanzierung die wohl wichtigste. Die Finanzierung sollte immer auf Basis von einer guten Eigenkapitalquote basieren, um auch langfristig realisierbar zu sein. Deshalb empfiehlt es sich, den monatlichen finanziellen Spielraum realistisch und nicht zu eng bzw. beschönigt zu kalkulieren.

Gesamtzustand und Ausstattung

Welche Immobilie wünsche ich mir: Neubau, Altbau oder eine Sachwertanlage mit Potenzial? Viele Verbraucher möchten ohne großen Aufwand nach dem Immobilienkauf direkt einziehen und das Leben in den eigenen vier Wänden genießen. Für sie sind natürlich vor allem Immobilien im neuen Zustand besonders interessant. Wer hingegen selbst Hand anlegen und sich verwirklichen möchte, kann auch Sachwertanlagen mit Potenzial auf dem Markt finden. Durch die Eigenleistungen lassen sich häufig sogar Tausende Euro beim Kaufpreis sparen. Aber Vorsicht: Beim Kauf einer renovierungsbedürftigen Immobilie empfehlen wir ein vorheriges Gutachten, um versteckte Mängel und unliebsame Kosten zu vermeiden.