Steigende Immobilienpreise und niedrige Bauzinsen – schwindet die Chance auf ein Eigenheim

Der Immobilienpreisindex der letzten Jahre spricht eine deutliche Sprache: Die Preise für den Kauf von Immobilien sind seit 2015 um mehr als 14 % gestiegen (Quelle: statistisches Bundesamt). Ein Trend, der laut Meinung vieler Branchenexperten weiter anhält und den Erwerb von Immobilien um ein Vielfaches teurer macht. Ist damit der Kauf für Immobilien künftig unmöglich oder klappt es trotzdem durch niedrige Bauzinsen? Wir zeigen, wie Sie sich mit niedrigen Bauzinsen und steigenden Immobilienpreisen den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen können.

Immobilienpreise vor allem in Ballungsräumen weiterhin steigend

Es gibt eine deutliche Tendenz für die Preisentwicklung bei Immobilien: aufwärts. Gerade in gefragten Regionen und Ballungsräumen, wie Berlin, München oder dem Ruhrgebiet klettern die Preise für Häuser oder Eigentumswohnungen seit 2015 enorm. Dabei gibt es regional deutliche Unterschiede zwischen dem Preisanstieg für Wohnungen und Häuser. Waren in Berlin beispielsweise Wohnungen im zweiten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahresquartal um ca. 9,27 % teurer, gab es bei den Häuserpreisen sogar einen Anstieg von fast 12 %. Ein anderes Bild zeigt sich hingegen in München. Im ersten Quartal 2019 stiegen die Preise für Wohnungen im Vergleich zum Vorjahresquartal um über 8,70 %, die Preise für Häuser um mehr als 5,10 %. Trotz der regionalen Differenzen wird anhand dieser Quartalszahlen deutlich, dass die Immobilienpreise konstant zunehmen und sich damit für Immobilienbesitzer attraktive Chancen zum Vermögensaufbau bieten. Doch was machen Verbraucher, die erst jetzt in eine Immobilie investieren wollen? Die Antwort lautet: Bei einem guten Angebot zuschlagen und kaufen. 

Steigende Immobilienpreise: Muss ich Angst vor einer Immobilienblase haben?

Um festzustellen, ob sich der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses tatsächlich lohnt, sind der richtige Zeitpunkt und das optimale Angebot entscheidend. Viele Verbraucher haben sogar die Angst, dass die Immobilienblase irgendwann platzt, denn die Mietsteigerung und der Bauboom scheinen ungebremst. Allerdings ist diese Sorge in Deutschland weitestgehend unbegründet, denn eine Immobilienblase bildet sich meist dann, wenn die Finanzierungen unvernünftig sind und die Immobilien überteuert. Wer in Deutschland eine Immobilienfinanzierung abschließen möchte, muss dafür strenge Voraussetzungen erfüllen. Anders hingegen in Ländern, bei denen eine weniger starke Reglementierung und Kontrolle zur Vergabe von Krediten (beispielsweise Spanien) herrscht. In Deutschland werden Immobilienfinanzierungen oftmals nicht zu 100 % durch die Kreditinstitute finanziert, sodass die Verbraucher für ihre Immobilie zwischen 20 und 45 % Eigenkapital aufbringen müssen. Damit wird das Risiko für Nachfinanzierungen deutlich reduziert.

Niedrige Bauzinsen nutzen und bei Immobilienkauf zuschlagen

Die Preise für Immobilien steigen und die Bauzinsen sind auf einem niedrigen Stand. Optimale Voraussetzungen, um jetzt in eine Immobilie zu investieren, oder doch nicht? 

Der Blick auf die Entwicklung der Bauzinsen zeigt, dass sie ebenfalls in einem Aufwärtstrend sind. Zwar sanken die Bauzinsen zwischen 2008 und 2016 weiterhin (erreichten im Oktober 2016 mit 0,69 % für zehnjährige Sollzinsbindung Tiefstand), allerdings gab es 2017 einen leichten Anstieg bis zu 1,2 %. Im Oktober des gleichen Jahres sanken die Zinsen erneut unter die Marke von 1,00 %. Wie sollen sich die Verbraucher bei solchen Entwicklungen richtig verhalten?

Sollzinsen nutzen und Finanzierung planen

Dass die Immobilienpreise weiter steigen werden, dessen sind sich die Branchenexperten sicher. Die Frage ist nur, wie die Verbraucher davon profitieren. Wer sich jetzt zur Finanzierung einer Immobilie entscheidet, kann die günstigen Bauzinsen nutzen, denn auch sie werden laut Meinung vieler Experten in den nächsten Jahren weiter Fahrt aufnehmen. Nachdem das Tief der letzten Jahre überwunden ist, gibt es für die Bauzinsen eigentlich nur eine Richtung: aufwärts. Für Verbraucher bedeutet dies: Bessere Konditionen als jetzt wird es künftig wohl kaum noch geben. Wer sich eine günstige Sollzinsbindung sichert, kann damit im Laufe der Finanzierung Tausende Euro sparen. 

Keine Hektik, sondern Angebote vergleichen

Viele Verbraucher verfallen bei der Entscheidung für den Immobilienkauf in Hektik, denn sie befürchten weiterhin steigende Immobilienpreise und damit verbunden einen steigenden Bauzins. An dieser Stelle schnelle Entscheidungen (unüberlegt) zu treffen, ist allerdings falsch. 

Besser ist es, sich konkret über die gewünschte Immobilie zu informieren und verschiedene Kaufangebote miteinander zu vergleichen. Wer ohnehin plant, in naher Zukunft ein Haus oder eine Wohnung zu erwerben, der sollte jetzt aktiv werden und Angebote zur Finanzierung einholen. Da die Bauzinsen gerade jetzt im Umbruch sind und sich aus der Talfahrt herausarbeiten, werden sie künftig voraussichtlich deutlich steigen, sodass die höheren Sollzinsen einen größeren Kapital-/Finanzierungsaufwand für die Verbraucher ausmachen.

Chance nutzen: Tipps für den Kauf einer Immobilie

Der Kauf einer Immobilie ist häufig eine gute Möglichkeit, um die eigentlichen Mietzahlungen in die eigene Kasse zu zahlen und sich damit langfristig ein Vermögen aufzubauen. Da die Miet- und Immobilienpreise auch künftig weiter steigen werden, ist die Kaufentscheidung häufig keine schlechte Idee. Allerdings gibt es beim Kauf einer Immobilie einiges zu beachten, denn wer unorganisiert und unüberlegt investiert, zahlt im schlimmsten Fall mehr.

Tipp 1: Richtig kalkulieren und alle Kosten berücksichtigen

Ein wesentlicher Fehler, den Verbraucher häufig machen, ist die fehlende Kalkulation. Oft wird nur der Kaufpreis berücksichtigt, wenn es um die Frage geht, ob die Immobilie ins Budget passt oder nicht. Wichtig sind aber auch die Nebenkosten für den Kauf und die laufenden Kosten (beispielsweise Reparaturen). 

Tipp 2: Sollzinsbindung vergleichen

Die Bauzinsen waren in den letzten Jahren auf ihrem Tiefstand, erholen sich momentan allerdings von der Talfahrt. Damit die Verbraucher sich auch bei steigenden Immobilienpreisen die günstigsten Bauzinsen sichern können, ist der Vergleich verschiedener Anbieter empfehlenswert. Dabei ist die Sollzinsbindung wichtiger Bestandteil, denn je weniger Jahre sich die Verbraucher binden, desto günstiger wird das Darlehen.

Tipp 3: In Preisverhandlungen treten

Natürlich gibt es auf dem Immobilienmarkt eine enorme Nachfrage, was die Preise teurer werden lässt. Trotzdem kann es sich bei Objekten lohnen, in Verhandlungen zu treten, um beispielsweise die Kaufsumme zu reduzieren. 

Tipp 4: Steuervorteile nutzen

Der Erwerb einer Immobilie kann steuerliche Vorteile mit sich bringen. Um beispielsweise Steuern zu sparen, empfiehlt es sich, Grundstück und Haus getrennt voneinander zu erwerben, wenn die Immobilie neu errichtet wird. Dadurch erfolgt die Reduzierung der Grunderwerbsteuer, die in den Bundesländern unterschiedlich ausfällt. Wer vor dem Kauf der Immobilie die Steuerersparnis prüft, kann dies bei der Kalkulation seiner Nebenkosten und bei der Darlehenssumme berücksichtigen und zahlt dadurch bestenfalls eine geringere monatliche Rate.